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Das Buch Eva – Meg Clothier

Italien, zur Zeit der Renaissance: Beatrice, die Bibliothekarin eines Klosters, scheut seit Jahren die Gesellschaft ihrer Schwestern und findet nur in ihren Manuskripten Zuflucht. Sie sehnt sich nach der Außenwelt – einer Welt, die jedoch durch skrupellose Männer beherrscht wird und in der es für Frauen wie sie keinen Platz gibt.

Eines Nachts werden zwei unbekannte Frauen schwerverletzt vor den Toren des Klosters gefunden. Kurz vor ihrem Tod reicht eine von ihnen Beatrice einen mysteriösen Gegenstand – ein Buch, dessen zunächst unleserliche Seiten schnell ein gefährliches Eigenleben entwickeln. Die Vertreter der Kirche sind schon auf der Suche nach dem ketzerischen Text, und plötzlich beginnt eine Jagd nach der Wahrheit. Beatrice muss das Buch beschützen, um jeden Preis – denn nicht nur ihr eigenes Leben hängt daran …

Das Buch Eva ist ein historischer Roman mit einigen mystischen Elementen, der hauptsächlich in einem Kloster spielt.
Die Grundidee des Buches ist an das Voynich-Manuskript angelehnt, ein Buch, das bis heute niemand auf der Welt entziffern konnte.
Es spielt in einer Zeit, in der Frauen als unrein und wertlos galten. Nur Haushalt und Kinder waren erlaubt. In dieser Hinsicht finde ich das Buch sehr gelungen, es zeichnet ein wunderbar lebendiges Bild dieser Zeit vor dem Hintergrund eines Klosters, in dem es eben etwas anders zuging. Hier durften und konnten die Frauen viel mehr. Lesen, lernen, auf dem Feld arbeiten, reparieren und oft auch Fremden Schutz bieten. Als zwei fremde Frauen auf der Suche nach Schutz im Kloster landen und ein geheimnisvolles Buch zurücklassen, beginnt die Geschichte einige mystische Elemente einzubauen, aber so dezent und gut beschrieben, dass es mich nicht gestört hat. Hintergründig geht es um die Frage: Was wäre, wenn Gott weiblich wäre? Für die Männer damals ein absolutes Sakrileg. Gotteslästerung, Ketzerei und vieles mehr wird den Frauen im Kloster vorgeworfen.

Auch innerhalb des Klosters gibt es Animositäten, Neid und manchmal zu viele Gefühle.
Den Schreibstil fand ich gut und durchgehend spannend, ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen. Schwierig an der Geschichte war allerdings, dass ich die Protagonistin nie wirklich sympathisch fand. Es wurde nicht gut beschrieben, dass sie eigentlich fortschrittlich denkt und eben sehr gebildet ist, es gibt nur Charakteräußerungen der Mitschwestern und diese sind bis fast zum Ende durchweg negativ oder ablehnend. Dadurch ist für mich ein unklares Bild der Protagonistin entstanden, zumal sie auch extrem von Selbstzweifeln geplagt ist.
Ich fand die Thematik sehr gut umgesetzt und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Das ist mal ein ganz anderes Leseerlebnis.
Sozusagen ein historischer Fantasy-Roman 🙂