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Düster – Ivar Leon Menger (Die Fälle von Ex-Kommissar Stahl 2)

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  • Beitrags-Kategorie:Thriller

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

von Ivar Leon Menger (Autor) Format: Kindle Ausgabe

Stahl ermittelt wieder – es wird noch finsterer

Ein Grandhotel, eine Insel – und ein Mord, der alles verändert

Auf der Nordseeinsel verschwindet eine junge Frau spurlos aus dem Grandhotel. Wenig später wird ihre Leiche am Leuchtturm aufgefunden – nackt, entstellt, mit fehlendem Auge. 

Ein „Urlaub“, der keiner ist – und weitere grausame Morde

Ein Fall für Ex-Kommissar Stahl, der zu seiner neuen Lebenspartnerin Geli in den Odenwald gezogen ist. Da sich Geli schon lange nach einer gemeinsamen Auszeit sehnt, tarnt er den Auftrag als Luxusurlaub. Doch statt romantischer Erholung erwarten ihn grausam zugerichtete Leichen.

Eine Leiche ohne Auge. 

Zwei Kommissare ohne Spur.

Und mehr Verdächtige,

als man zählen kann.

Gemeinsam mit dem unerfahrenen Inselkommissar Böhm jagt Stahl den Täter. Sind sie einem bestialischen Serienkiller auf der Spur?  

Stahl geht ans Fenster, schiebt den Vorhang zur Seite und blickt in den Hotelpark hinaus. »Man muss die Psyche des Mörders verstehen. Er wollte seinem Opfer ganz nah sein, bevor er es tötet. Stundenlang hat er unter ihrem Bett verharrt. Regungslos. Wie ein Skorpion.« Er dreht sich zur Hoteldirektorin um. »Ich kann es nicht mit hundertprozentiger Gewissheit sagen, doch wir müssen in Betracht ziehen, dass er Gefallen daran gefunden hat. Und es wieder tun könnte.«

Flutlicht an, Kopfkino an – was für ein Thriller!

      Düster – Ivar Leon Menger ⭐⭐⭐⭐⭐⭐

Das neue Buch „Düster“ von Ivar Leon Menger hat mich mal wieder von der ersten Seite an abgeholt. Und zwar nicht mit einer Taschenlampe, sondern mit Flutlicht.

Das Setting ist sehr speziell, da das Buch Ende der 80er-Jahre spielt und komplett ohne die Technik auskommt, die wir heute kennen. Allein das ist schon eine faszinierende Zeitreise: Walkman, Telefonzellen und im Kino läuft als Weltneuheit Dirty Dancing. Ich (Baujahr 1973) konnte mich also von der ersten Seite an komplett in diese Welt fallen lassen – und sie fühlte sich verdammt gut an.

Wäre da nur nicht der Vermisstenfall gewesen, wegen dem Stahl auf die autofreie Nordseeinsel Liekenoog gerufen wird. Als Urlaub getarnt, versucht er zu ermitteln, doch die Ereignisse überschlagen sich und es wird gefährlich. Gut, dass Geli an seiner Seite ist und man als Leser miterleben kann, wie diese Verbindung sich zu festigen scheint.

Ich habe selten ein Buch in den Händen gehabt, das so galant und mit so wenigen Andeutungen aus nahezu sämtlichen Bewohnern der Insel Verdächtige machen kann. Das fand ich beim Lesen absolut faszinierend. Mein Kopf die ganze Zeit:

„Aha, der muss es sein. Nein, der. Nein, doch der!“ 🤣

Und es waren so viele falsche Fährten, die sich schließlich in einem Schockmoment der Extraklasse auflösen.

Die Spannung ist die ganze Zeit wahnsinnig hoch und trotzdem ist das Buch vom Erzählstil her absolut ruhig und redegewandt – nicht zuletzt durch die fehlende moderne Technik.

Das Buch wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt, was die charakterliche Dichte und die Atmosphäre zusätzlich zum plastischen Schreibstil noch einmal erhöht. Außerdem gibt es viele parallele Ebenen, die auf der Insel gleichzeitig mitlaufen, sodass man als Leser bald nur noch Verdächtige erspäht und auch Ex-Kommissar Stahl lange im Dunkeln tappt.

Alle Charaktere sind sehr vielschichtig und lebendig aufgebaut und fügen sich zu einem großen Gesamtbild zusammen, dessen Ende ich wahrlich nicht erraten habe.

Eines der wenigen Bücher, für die ich sechs Sterne vergeben wollen würde. ⭐⭐⭐⭐⭐⭐

Man kann das Buch auch als Stand-alone lesen, da man für die Handlung kein Vorwissen aus dem ersten Band benötigt.

Und ich kann nur hoffen, dass Ex-Kommissar Stahl sich das mit der Rente nach der Rente noch einmal überlegt. Ein dritter Teil wäre sehr wünschenswert. 😇❤️