#ChicagoDevilsFürdichallein #NetGalleyDE

Bei diesem Buch fällt es mir recht schwer bei der Rezension objektiv zu bleiben, denn dieses Buch hat mich richtig stark getriggert. Genauso aufgewachsen wie Graysen hat mich die Thematik der Suchterkrankung ziemlich mitgenommen, und ich konnte jeden einzelnen Einwand von ihr sehr gut nachvollziehen. Alexeis Wandlung war eventuell ein wenig zu undramatisch dargestellt, jedoch ging es dabei um Graysen und ihre Gefühle, da stand Alexei mit seinem Befinden ein wenig im Hintergrund. Die Gefühlsebene ist sehr gut eingefangen und die Thematik gut aufbereitet. Dieses Buch kommt nahezu ohne Szenen aus , in denen Menschen sich gegenseitig entkleiden, das fand ich sehr angemessen und passend in das Thema integriert. Es geht weniger um Eishockey , nur am Rande auch gerade, wenn Alexeis Bruder involviert ist. Hier zeigt sich wieder , dass nur miteinander Reden, und für sich selber einstehen hilft. Schön ist auch beschrieben wie abhängig Menschen auch von Mitmenschen sein können, egal ob es um Schuld , oder eine Verurteilung des Lebensstils geht.
Wie gesagt, viele Leser könnten sich am Fehlen der dramatischen Sequenzen stören, wer in diesem Teufelskreis als Angehöriger jedoch einmal dringesteckt hat, der verkraftet es nicht, wenn Versprechen gebrochen werden oder Bedingungen nicht eingehalten werden. Irgendwann ist das Vertrauen am Ende. Schön zu sehen ist in diesem Buch wie Graysen sich da zwar vorsichtig aber dennoch recht sicher vorantastet und ihr Kindheitstrauma ein wenig überwinden kann. Der Liebe (und Alexeis starkem Willen)sei Dank.

Fazit: Eine ruhige, gefühlvolle Sportromanze mit einem Thema, dass alltäglich – und dennoch totgeschwiegen ist.